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eingesetzte Kräfte
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Fahrzeugaufgebot
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Feuerwehrromantik.......
Feuerwehrromantik kommt nicht auf, wenn zur besten Abendessenzeit der Melder piepend und vibrierend vom Tisch hopst und einen „Einsatzalarm TH Wasser Y“ vermeldet.
Der geneigte Leser weiß jetzt schon, worum es sich handelt..... TH ist die Abkürzung für eine Technische Hilfe, Wasser bedeutet in diesem Fall, dass es sich um einen Seenoteinsatz handelt und das „Y“ steht wieder dafür, dass Menschenleben in Gefahr ist.
Ein Gast des Ascheberger Hotels hatte auf dem See 2 Personen gesehen, die nach seiner Vermutung abtrieben und nicht mehr auf ihr Standup-Board kamen und daraufhin die 112 gewählt.
Feuerwehrromantik ist auch nicht, wenn die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehren ihre Hörner erschallen lassen und das Blaulicht durch Aschebergs Straßen zuckt.
Bei Seenotfällen auf dem Großen Plöner See wird grundsätzlich die Freiwillige Feuerwehr Plön mitalarmiert, die im Besitz eines Feuerwehrrettungsbootes ist.
Das Einsetzen des Bootes erfolgt in der Regel am Seglerhafen in Plön, dann müssen die Mädels und Jungs ordentlich Gas geben, um auf die Ascheberger Seite des Sees zu kommen.
Deren Einsatz wird von einem Plöner Fahrzeug koordiniert, welches direkt zur Einsatzstelle kommt.
Feuerwehrromantik, ....nein, keine Zeit...... an mehreren Stellen des Plöner Sees stehen jetzt Feuerwehrfahrzeuge, Rettungswagen und Polizei und die Einsatzkräfte suchen mit Ferngläsern in dem vermuteten Bereich nach Menschen, Standup-Boards oder anderen ungewöhnlichen Anzeichen für einen Seenotfall.
Der See ist glatt, wie ein frisch geölter Babypopo, keine Böe kräuselt das Wasser, ein einsamer Ruderer und ein Standup-Paddler teilen sich den See mit Möwen, Gänsen, Enten und anderem Fluggetier.
Das hört sich schon ganz schön romantisch an, aber die Suche nach den vermutlichen Seenotfällen lässt uns keine Zeit, um diese Stimmung zu genießen.
Der örtliche Fischer unterstützt mit seinem Motorboot und 2 Einsatzkräften der FF Ascheberg bei der Suche, das Rettungsboot der Feuerwehr Plön ist ebenfalls eingetroffen und nimmt die Suche auf.
Im Bereich vor dem Hotel wurden dann 2 Standup- Paddlerinnen festgestellt, die wohl eine Pause im Wasser eingelegt hatten und sich bester Gesundheit erfreuten.
Damit konnte der Einsatz für alle Kräfte nach knapp 1 Stunde beendet werden und wir hatten endlich noch ein paar Minuten Zeit, die Feuerwehrromantik an unserem idyllischen Stückchen Seeufer in Ascheberg zu genießen.
Der ein oder andere mag jetzt denken, warum wurde da so ein Alarm gemacht, ist doch nichts passiert, aber wir sagen.... alles richtig gemacht.
Der Große Plöner See ist keine sichere „Badewanne“, trotz der traumhaften Ansichten, die er bieten kann, er kann auch ein tückisches Gewässer mit vielen Untiefen, Strömungen und wechselnden Windverhältnissen sein und Schwimmer, Angler, Segler und andere Wassersportler gehörig in Bedrängnis bringen.
Jeder, der Situationen auf dem See feststellt, die ihm nicht geheuer erscheinen oder ein ungutes Gefühl vermitteln, sollte sich nicht scheuen, den Notruf zu wählen, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.
So haben auch alle Einsatzkräfte mal die Gelegenheit, Feuerwehrromantik mal ganz spontan zu erleben
Gemeindewehrführer Michael Struß